Das blutigste Musical von Wien
Noch bis Februar 2014 können sich Besucher noch vom teuflischen Barbier in der Wiener Volksoper überzeugen. Das Broadway Musical aus dem Jahr 1979 mit der Musik von Stephen Sondheim begeisterte bereits in Deutschland zahlreiche Menschen. Erst diesen Sommer haben die Festspiele in Ettlingen das Stück auf die Bühne gebracht. Auch das Staatstheater am Gärtnerplatz in München verbuchte mit dem Stück große Erfolge. Die 2007 verfilmte Kinoversion mit Superstar Johnny Depp war mit zahlreichen Film- und Fernsehpreisen nominiert und dürfte seither so ziemlich jedem bekannt sein.
Ein imposantes Bühnenbild erwartet die Zuschauer bei der blutigen Vorstellung. Zwei riesige Zahnräder bilden die Grundlage für Mrs. Lovetts Pastetenladen und Sweeney Todd´s Barbiersalon. Die Kulissen können 360 Grad gedreht werden. Dadurch zeigen sich verschiedene Szenerien der Londoner City.
Der verstoßene Benjamin Barker, verkörpert von Morten Lars Franken, kehrt nach 15 Jahren wieder ins düstere London zurück um Rache an dem Mann zu nehmen, der ihm seine Frau und Tochter entrissen hat. Unter dem Namen Sweeney Todd mietet er sich bei der Pastetenverkäuferin Mrs. Lovett, gespielt von Dagmar Hellberg, in der Fleet Street ein. Der einflussreiche Richter Turpin, inszeniert von Robert Meyer, hält Todd´s Tochter Johanna bei ihm im Haus gefangen und möchte diese ehelichen. Als diese flüchten will, lässt der Richter sie ins Irrenhaus sperren. Sweeney Todd will mit Hilfe des jungen Seemanns Anthony den Richter zu sich in den Rasiersalon locken um ihn umzubringen und seine Tochter zu befreien. Anthony schafft es mit Johanna aus den Zellen der Psychiatrie zu entkommen.
Während des Stücks kommen immer wieder Leute zu Todd um sich von ihm rasieren zu lassen. Diese verlassen seinen Laden jedoch nie wieder. D
ie Leichen werden über eine Falltür in Mrs. Lovetts Keller transportiert, zerstückelt und danach in ihre selbstgemachten Fleischpasteten eingearbeitet. Die Pasteten bekommen den Ruf „beste Fleischtörtchen Londons“. Am Ende schafft es Todd, den Richter zu ermorden und bringt im Anschluss auch seine stets totgeglaubte Frau Lucy unbeabsichtigt um, da er sie nicht erkennt. Als er feststellt, wer die tote Bettlerin war rast er vor Wut aus. Mrs. Lovett aber wusste das Sweeney Todd´s Frau noch lebte, verheimlichte es ihm jedoch, da sie sich selbst bereits in den Barbier verliebt hat. Sie wird daraufhin von ihm ermordet. Auch Todd stirbt am Schluss des Stückes durch den Aushilfsjungen Tobias.
Die herausragenden Stimmen der Darsteller ziehen die Zuschauer in ihren Bann. Mit den Hauptdarstellern Morten Frank Larsen und Dagmar Hellberg wurde eine gute Kombination aus Schauspielerei und Gesang gefunden, die sich brillant ergänzen. Während des Stückes werden einige Liter Theaterblut auf die Bühne verteilt. Deswegen sollten allzu junge Zuseher dieses Stück erst in ein paar Jahren besuchen.
Das Broadway-Stück wurde 1979 von Stephen Sondheim geschrieben. Weitere musikalische Highlights aus seiner Feder sind Liedertexte von „West Side Story“ (1957) und „A little Night Music“ (1973).
Sweeney Todd – Barbier des Grauens aus der Fleet Street spielt noch
bis Februar 2014 ander Wiener Volksoper. Es sind jedoch nur einige wenige Termine.
Wer Lust auf dieses blutige Spektakel bekommen hat kann sich unter www.volksoper.at erkundigen und Karten bestellen.



