„Ein Amerikaner in Paris“ in Linz – Ein insgesamt gelungenes Musical mit großartigen Künstlern und phantastischen Tanzszenen

© Barbara Pálffy

Das Musical von den Geschwistern George und Ira Gershwin (Musik und Gesangstexte) wird seit dem 25. November 2018 am Landestheater Linz gespielt und hat bis zum 09. Mai 2019 noch elf weitere Vorstellungen, die alle schon ausverkauft sind. Es ist das erste Mal, dass das Musical in deutscher Sprache auf die Bühne kommt (allein die Songs sind auf Englisch; das Buch stammt von Craig Lucas). Das Stück kann mit phantastischen Tanzszenen und einer perfekten Besetzung begeistern (Gernot Romic als Jerry Mulligan und Myrthes Monteiro als Lise Dassin).

Für alle, die den Inhalt des Stücks noch nicht kennen: Jerry ist ein ehemaliger US-Soldat, dem zufällig die hübsche Lise begegnet und daraufhin beschließt, in Paris zu bleiben. Er verliert sie wieder aus den Augen, bis er sie zufällig beim Ballett wieder sieht, wo ihn sein Freund und dortiger Klavierspieler Adam Hochberg (Christof Messner) mit hinnahm, damit Jerry die Tänzerinnen zeichnen kann. Nun verguckt sich ebenfalls Adam in Lise.

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Sie ist allerdings vergeben an Henri Baurel (Christian Fröhlich), der ihr einen Heiratsantrag machen möchte, zweifelt aber daran, ob er der richtige ist, was sie in einem Brief an ihre verschollenen Eltern zum Ausdruck bringt. Alle drei Männer, die an Lise interessiert sind, bzw. wovon einer sogar ihr Partner ist, kennen sich mehr oder weniger gut, aber keiner weiß von dem anderen, dass es sich jeweils um die gleiche Frau handelt. Dass dies noch später für Verwirrungen und unglücklicher Liebe sorgt, liegt nahe.

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Dazu kommt Milo Davenport (Daniela Dett), die ein Auge auf Jerry geworfen hat und sich Hoffnungen macht. Sie ist reich und bietet Henris Mutter (Lynsey Thurgar), die im Ballettvorstand ist, finanzielle Unterstützung an, aber unter der Bedingung, dass Jerry die Ausstattung für das Ballett entwerfen darf, für das Adam die Musik schreibt und Lise tanzt. Ob Henri doch noch seine Freundin heiraten wird, der Klavierspieler Adam beim Ballett das Herz von Lise gewinnen kann oder das Glück doch auf Jerrys Seite ist, den Lise aber beim Küssen mit Milo gesehen hat, stellt sich im zweiten Akt des Stückes heraus.

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Das Stück lebt vor allem von seinen großartigen Tanzszenen (Choreographie und Inszenierung: Nick Winston), bei denen Romic und Monteiro erstaunliches leisten, denn es wird viel verlangt: Lange Tänze, teilweise mit zeitgleichem Singen oder auch nach einer Tanzszene ein schnell drauffolgender Dialog. Hier ist die Kondition der Künstler gefragt, die beide ohne Frage haben! Ebenfalls können beide schauspielerisch überzeugen. Romic konnte schon in diversen Produktionen am Landestheater Linz sein Können zeigen, Myrthes Monteiro spielte zuletzt die Rolle der Prinzessin Jasmin im Musical „Aladdin“ in Hamburg.

Bekannt sind sicher Songs wie „I got rhythm“ und „S‘ wonderful“ mit ihren eingängigen Melodien. Auch hat man schnell „I’ve got beginner’s luck“ im Ohr. Das große Orchester unter der musikalischen Leitung von Tom Bitterlich macht wieder einmal einen großartigen Job mit seinem vollen Klang.

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Auch ist das Bühnenbild sehr gelungen: Man sieht, wie groß die Bühne ist, es passt alles zusammen. Besonders schön sieht es aus, wenn die Kathedrale Notre-Dame im Hintergrund erscheint, vor der drei Laternen leuchten, Jerry, Adam (mit Klavier) und Henri in schicken Smokings singen. Die Kostüme sind getreu der Zeit entworfen und machen einen hochwertigen Eindruck.

Wer kann, sollte noch versuchen, Karten für das Stück zu bekommen, denn hier verbringt man einen schönen Theaterabend, der mit sensationellen Tänzern sehr tanzlastig ist, aber ebenfalls großartige Songs mit einer kurzweiligen Story zu bieten hat.

© Barbara Pálffy

Interessante Hintergrundinformationen zu der früheren Zeit nach dem Krieg in Frankreich gibt das Programmheft Preis.

Weitere Infos gibt es HIER.

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