Landeier 2 – Nun geht’s zum Scheunenfest

Quelle “Theaterschiff Bremen”

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Landeier 2 – Der zweite Teil von Landeier ist nun im Bremer Packhaus-Theater angelaufen. Nachdem am Ende des ersten Teils Jan und Jens die Kneipe von Hein übernommen haben, da dieser mit seiner Frau, der ehemaligen Postbotin Gertrud, eine Tour durch die USA unternehmen wollte, Richard und Lavinia die Höfe von Jan und Jens bewirtschaften und bald ein gemeinsames Baby erwarten, zeigt der Folgeteil, was passiert, wenn die Dorfkneipe zu lange geschlossen bleibt und man an Geld für einen Neuanfang kommen muss.

Premiere des neuen Stückes unter der Regie von David Wehle und nach dem Buch von Marco Linke war am 04. Februar 2016 – nun, etwas später, hat sich das Ensemble eingespielt und die Pointen sitzen. Hein (Jörg Schlichtkrull, der auch schon im ersten Teil den Wirt sehr gut mit seiner ruhigen Art und auf den Punkt sitzenden trocknen Witzen verkörperte) und Gertrud (Gabriele von Boxen u. a. seit 15 Jahren am Horizont Theater in Köln) kommen nach ihrem USA-Harley Davidson-Trip zurück in Heins ehemalige Kneipe, die er Jan (Manuel Ettelt) und Jens (Rüdiger Schade, u. a. Moderator und Schlagersänger) überlassen hat. Statt Kundschaft finden sie aber lediglich ein Schwein und ein Schaf vor – wenn auch nur in Form von den beiden verkleideten Cousins Jan und Jens. Diese haben ihre Kneipe einfach mal geschlossen und besuchten kurzerhand die Frauen, die ihnen aus allen Teilen der Welt zahlreich schrieben. Dies wird in einem schönen kurzen Film gezeigt – Jan und Jens in Griechenland, Russland, Asien und einigen weitern Stationen, leider nicht vom Erfolg bei den Frauen gekrönt.

Quelle “Theaterschiff Bremen”

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In der Zeit stapelten sich die Rechnungen und es wird dringend Geld benötigt, nicht gerade wenig, etwa 9.995,50 Euro. Und welch Zufall: Genau diesen Betrag gibt es zu gewinnen – beim Preistanzen der Landfrauen. Problem ist aber, dass ausschließlich Frauen mitmachen dürfen, keine Männer. Also kommt man kurzerhand auf die Idee, sich als Frau zu verkleiden. So sind die „Mettentchen“ ins Leben gerufen und  Jan, Jens, Richard und Hein schwingen sich z. B. ins rosa Tutu und hochhackige Schuhe, auch eine kleine Einführung in die Schminktechnik der Frauen mit, wie Jan dachte „Eierleiner“ wird ihnen von der recht, besonders im ersten Akt, dominanten Lavinia (Floriane Eichhorn, sie spielte schon zahlreiche Fernsehrollen und ist nun das erste Mal im Packhaus-Theater) geboten. Die Proben gehen vom Laufen auf goldenen Pumps, das Auspacken der -teilweise noch nicht zuzuordnenden, da eher an SM-Praktiken erinnernden – Kostüme, über eine Notfall-Bauern-Choreographie mit, da besser zu merken, Handgriffen aus der Landwirtschaft, bis hin zu selbstgebastelten „Probekostümen“, die aus Kartoffelsäcken gemacht wurden.

Höhepunkt ist dann am Ende des zweiten Aktes der Show-Auftritt: Mit bekannten Songs legen die vier Landeier auf der Bühne los, in neonfarbigen Kostümen bzw. Hein als etwas außerirdischwirkendes Wesen, präsentieren sie ihr Programm, zwar muss einmal auf die Not-Choreo zurückgegriffen werden, aber ansonsten können sie überzeugen, angefeuert von Lavinia und Gertrud am Rande des Zuschauerraums – auch wenn es zum Schluss der Jury auffällt, dass es doch „nur“ als Frauen verkleidete Männer sind. Ende gut, alles gut: Wer den Contest gewinnt ist klar und Richard (solide von Eckhard Ischebeck gespielt) ist gerade auch noch an diesem Abend stolzer Vater geworden.

Quelle “Theaterschiff Bremen”

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Das Publikum hat auf jeden Fall einen lustigen Abend und viel Spaß, sowohl im ersten, als auch im zweiten Akt. Manuel Ettelt spielt wieder den arg dummen Jan Jensen, der auch in diesem Teil wieder scharf, bzw. schärfer, nachdenken muss. Zu gern hört man seine dumme Betonung, ist über seinen Wutausbruch überrascht und staunt nachher, wie gut er sich doch mit brünetter Langhaarperücke im Kleid macht. Sein Cousin Jens Jansen wird von Rüdiger Schade (teilweise auch Andreas Euler) gespielt – dieser entpuppt sich als wahres Genie auf Pumps und freut sich auf seinen Leoparden-String.

Alles in allem ein kurzweiliger Theaterabend, der nach 2:20 Stunden (inklusive Pause) sein Ende findet. Zwar nicht ganz so flott und lustig wie der erste Teil, auf den immer mal wieder Bezug genommen wird und aus dem running-gags wieder aufgenommen werden, aber -„ja, genau“- ein sehenswertes Stück, auch für „Ersttäter“.

Die Vorstellungen sind gut besucht, wer noch Karten, 26 Euro, kaufen möchte kann dies HIER machen. Vorstellungen finden noch bis 28.Mai statt – hier geht’s zum Spielplan.

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